Seit heute ist es offiziell: Das Rektorat fordert die Fachschaften Soziologie und Politik in einem Schreiben, das uns heute erreichte, auf, die Baracke „umgehend, jedoch spätestens zum 21.04.2008 zu räumen.“
Die Baracke ist der bunte Flachbau hinter dem Politikinstitut und ist seit Jahren Heimat der Fachschaften Politik und Soziologie und Raum für Kulturveranstaltungen aller Art. Sie ist über die Grenzen Münsters hinaus zu einer Institution geworden, nicht nur in studentischen Kreisen.
Als Grund für die Aufgabe der Baracke nennt das Rektorat die angeblich für die Baracke unzumutbar hohe Miete von 1046 Euro im Monat, welche man „in Anbetracht des baulichen Zustandes“ des Gebäudes nicht länger bereit sei, zu zahlen. Die Fachschaften haben schon mehrmals kleine Ausbesserungen an der Baracke vorgenommen, große Veränderungen (wie etwa richtige Renovierungsarbeiten) konnten aber nicht gestemmt werden. Die alternativ vom Rektorat angeboten Räumlichkeiten im Keller des Instituts für Politikwissenschaft sind für uns nicht akzeptabel. Insbesondere die vorgegebenen Schließzeiten des Instituts sind mit den häufig in den Abendstunden stattfindenenden Fachschaftssitzungen nicht kompatibel. Des weiteren bieten uns die Kellerräumlichkeiten nicht die Möglichkeit, die Kulturveranstaltungen, die wir Fachschaften als wichtigen Teil unserer Arbeit verstehen, in angemessenem Umfang durchzuführen.
Wir Fachschaften sehen die Baracke als eine wesentliche Voraussetzung für eine effektive Fachschaftsarbeit und sind nicht bereit, sie zu verlassen.
Doch wie kam es zu den Abrissplänen der Universität?
Ende letzten Jahres verabschiedete sich die sogenannte Ladengruppe aus der Baracke. Dass ein Abriss der Baracke wieder auf die Agenda kam, durften wir schließlich nicht vom Rektorat oder dem zuständigen Bauderzernat erfahren, sondern aus der Lokalpresse.
Nachdem wir das Gespräch mit der Prorektorin Ravenstein und dem zuständigen Baudezernenten Greshake gesucht hatten, schien der Erhalt der Baracke in greifbarer Nähe.
Doch nun folgte postalisch der Rauswurf. Ohne weitere Gespräche erhielten wir die Aufforderung, unsere Fachschaftsräume binnen weniger als zwei Wochen zu verlassen.
Die wahren Gründe dafür, dass die Uni die Baracke loswerden will, scheinen eindeutig: die Baracke ist nach wie vor ein Politikum, man will den „Schandfleck“ hinter dem neuen, modernen Institut entfernen und sich der in der Baracke stattfindenden alternativen Kultur und ihrer Klientel entledigen.
Die 1046 Euro Mietkosten sind im Verhältnis zu einem Uni-Haushalt von rund 240 Millionen Euro ein wenig schlagkräftiges Argument, zumal diese Kosten in den letzten Jahren nie ein Problem darstellten.
Wir Fachschaften wollen die Baracke unter allen Umständen erhalten und werden sie weder am 21.4. räumen, noch kampflos dem Abriss überlassen.
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