Rektorat ignoriert Studierende

Das Rektorat hat die Gesprächsangebote der FSen nicht angenommen, dazu die Pressemitteilung der Fachschaften Soziologie und Politik:

Nachdem die Universität den Fachschaften Politikwissenschaft und Soziologie zum zweiten Mal eine Räumungsaufforderung für die Baracke erteilt hat, reagierten die Fachschaften mit einem Brief, in dem sie nachdrücklich darauf verwiesen,dass sie an ihrer Position festhalten und die Baracke unter keinen Umständen räumen würden.
Nachdem die erste Räumungsaufforderung für den 21.4.2008 aufgehoben worden war, bekundeten beide Seiten Gesprächsbereitschaft. Damals baten die Fachschaften in einem Brief das Rektorat darum, einen Terminvorschlag für Verhandlungen zu machen.
Doch anstatt eines Verhandlungstermins erhielten die Fachschaften am 13.05.2008 eine Räumungsaufforderung für den 20.06.2008.

Daraufhin wandten sich die Fachschaften in einem Brief an das Rektorat und schlugen als Termin für Verhandlungen Mittwoch, den 04.06.2008 vor.
Dieser Termin verging, ohne wahrgenommen worden zu sein, ohne jegliche Reaktion des Rektorats.
Über dieses Verhalten des Rektorats empörten sich die Fachschaften: „In Gesprächen mit dem AStA wurden Verhandlungen zugesagt. Doch stattdessen schickt man uns schon wieder eine Räumungsaufforderung und reagiert noch nicht mal auf unser Gesprächsangebot.“
Die angeblich mangelnde Kommunikationsbereitschaft der Fachschaften war vom Rektorat wiederholt kritisiert worden. „Wer zeigt hier denn mangelnde Kommunikationsbereitschaft? – Wir haben mehrmals versucht, mit dem Rektorat in Verhandlungen zu treten, doch wenn dies nicht möglich ist, können wir auch anders“, so ein Fachschaftssprecher.

Schon vor der ersten Räumungsaufforderung hatte es keinerlei Informationen seitens des Rektorates gegeben – von Abrissplänen erfuhren die Fachschaften damals aus der Lokalpresse.

Die unsichere Zukunft der Baracke erschwert nicht nur die Arbeit der Fachschaften, auch sehen sich die anderen Gruppen, welche die Baracke regelmäßig nutzen – wie zum Beispiel ein Selbstverteidigungskurs und eine Kabarettgruppe – in einer unzumutbaren Situation: Sie müssen jederzeit damit rechnen, dass eine neue Räumungsaufforderung der Universität ins Haus flattert und sie möglicherweise alternative Übungsräume suchen müssen. Doch selbst-verwaltete , nicht-kommerzielle Räume, die hierfür geeignet wären, gibt es in Münster nicht – auch deshalb ist die Baracke für Studierende, Fachschaften und Münsters Kulturszene unverzichtbar.

Für den November plant die Fachschaft Soziologie, die Bundesfachschaftentagung ihres Faches nach Münster zu holen – zentrales Thema soll studentische Selbstverwaltung sein – die Baracke ist hierfür Paradebeispiel: Sie ist nicht nur Veranstaltungsort, sondern auch Veranstaltungsthema. Aufgrund der derzeitigen Situation wird eine Planung dieser bedeutenden Veranstaltung jedoch unmöglich gemacht.

Schon die erste Räumungsaufforderung hatte im Frühjahr Renovierungspläne der Fachschaften durchkreuzt: „Das Rektorat lässt es sich zur Gewohnheit werden, unhaltbare Räumungsaufforderungen zu verschicken, anstatt Gespräche mit uns aufzunehmen. Die Belange von Studierenden werden systematisch ignoriert.“

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